Grüne nominieren erneut Sascha Müller als Wahlkreiskandidat

Ohne Gegenstimme bei nur einer Enthaltung haben die Schwabacher und Nürnberger Grünen wie schon 2017 Sascha Müller zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Schwabach/Nürnberg-Süd gewählt. Wegen der Einschränkungen in Folge der Corona-Krise hatte sich die Partei entschlossen, die Aufstellungsversammlung digital abzuhalten. Das Ergebnis muss im Einklang mit den rechtlichen Voraussetzungen noch mit einer Briefwahl bestätigt werden.

Die Pandemie, führte Müller aus, habe gezeigt, dass in der Politik künftig weniger ein „Auf-Sicht-fahren“ als vielmehr eine vorausschauende Politik nötig sei. Im Bundestag will er sich für mehr Klimaschutz („Die Techniken sind schon da, wir wissen, was wir tun müssen, aber die Zeit läuft uns davon“) und für eine sanktionsfreie Garantiesicherung einsetzen. Zudem nannte er mehr Nachvollziehbarkeit von politischen Entscheidungen als Ziel, konkret beispielsweise für ein Lobbyregister nicht nur für Abgeordnete, sondern auch für die Bundesregierung. „Als Landesschatzmeister der bayerischen Grünen war mir Transparenz immer ein wichtiges Anliegen“, so der 50-Jährige, der seit 2011 dem Landesvorstand seiner Partei angehört. Müller kritisierte in diesem Zusammenhang zum Fall des ehemaligen DAX-Konzerns „Wirecard“ das kollektive Wegschauen der Aufsichtsbehörden, die sich wechselseitig für nicht zuständig erklärt hatten.

Mit Blick auf die Forderung von Markus Söder an die Grünen, diese müssten sich zwischen „linkssein“ und „bürgerlich“ entscheiden, stellte Müller fest, dass die Grünen zwar eine Partie im Mitte-Links-Spektrum seien, aber in Sachen Bürgerlichkeit keine Nachhilfe von einer Partei brauche, die noch vor wenigen Jahren die Gesellschaft mit Ressentiments gegen Geflüchtete gespalten hatte. Selber werde er keinesfalls auf Verunglimpfungen des politischen Gegners setzen und erst recht nicht auf Fake-News. Denn am Beispiel der USA zeige sich: Am Ende sei der große Verlierer die Demokratie.

Befragt nach den Chancen im Wahlkreis, sagte Müller, die Grünen wollten „auf Augenhöhe mitspielen“.

Die beiden Schwabacher Kreisvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Heidi Deffner und Katrin Greiner freuten sich über das eindeutige Votum der Versammlung. „Mit Sascha Müller setzen wir auf eine erfahrene Kraft mit großem Rückhalt in der Partei.“ Mit dem klaren Ergebnis im Rücken hoff der Kreisverband Schwabach, ab Herbst erstmals in seiner Geschichte einen Bundestagsabgeordneten stellen zu können.

(PM des Schwabacher Kreisvorstandes)

Bericht auf nordbayern.de zu den Nominierungsversammlungen in Nürnberg und Schwabach

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