Die ersten 24 Kandidatinnen und Kandidaten auf unserer Bundestagsliste, eingerahmt von unseren Landesvorsitzenden Eike Hallitzky und Sigi Hagl.

Bayerische Landesliste nominiert

Nun ist die Listenaufstellung der bayerischen Grünen schon eine gute Woche her. Der berufliche und politische Alltag hatte mich schon am Tag danach wieder im Griff, so dass ich erst jetzt dazu komme, mein persönliches Fazit zu formulieren. Vielleicht hilft dieser Text ja auch, für Außenstehende den Prozess der Kandidatenfindung bei den bayerischen Grünen nachvollziehbar zu machen.

Bekanntlich gibt es bei uns Grünen nicht wie bei anderen Parteien einen Listenvorschlag des Landesvorstandes, sondern Platz für Platz wetteifern Kandidatinnen und Kandidaten um Unterstützung der rund 300 Delegierten. So gab es manch knappe Entscheidung und einmal – bei Platz 10 – musste sogar das Los entscheiden, weil die beiden Kandidaten in der Stichwahl exakt gleich viele Stimmen bekommen hatten.

Angeführt wird unsere Liste von der Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth und unserem Bundestagsfraktionsvorsitzenden Toni Hofreiter. Es folgen unsere Landesgruppenvorsitzende Ekin Deligöz und unser mittelfränkischer Spitzenkandidat Uwe Kekeritz. Letzterer setzte sich für viele (auch für mich) überraschend gegen den langjährigen Landesvorsitzenden Dieter Janecek durch. Ihm kam dabei sicherlich zugute, das er als Sprecher für Entwicklungspolitik ein gerade in diesen Zeiten (Stichwort: Fluchtursachenbekämpfung) ein gern gesehener Referent bei Veranstaltungen vor Ort ist. Hinter Beate Walter-Rosenheimer, der Sprecherin für Jugendpolitik und Ausbildung, folgt Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, nun auf Platz sechs. Ihn kenne und schätze ich aus vielen Jahren Zusammenarbeit, davon drei gemeinsamen Jahren im Landesvorstand. Überhaupt könnte ich hier jetzt den Text in die Länge ziehen und zu jeder Kandidatin und jedem Kandidaten ausführlich schreiben, warum sie den nächsten Bundestag bereichern werden. (Vielleicht mache ich mal eine Fortsetzungsgeschichte daraus.) Ich beschränke mich an dieser Stelle darauf, zu erwähnen, dass die anschließenden Abstimmungen sehr davon geprägt schienen, alle Regionen – sprich alle Bezirke – Bayerns zu platzieren. Manuela Rottmann (Platz 7, Unterfranken), Erhard Grundl (Platz 8, Niederbayern), Stefan Schmidt (Platz 10, Oberpfalz) und Lisa Badum (Platz 11, Oberfranken) sind von ihren jeweiligen Bezirksverbänden als Spitzenkandidat*innen nominiert worden. Und auf Platz 9 wird mit unserer langjährigen Fraktionsvorsitzenden im Landtag Margarete Bause ein weiteres politisches Schwergewicht die künftige grüne Fraktion in Berlin verstärken.

Für mich persönlich kann ich ebenfalls ein positives Fazit ziehen. Nachdem alle Bezirke bis Platz 11 vertreten waren – ein Ziel, das ich parteiintern immer als sehr wichtig für mich formuliert hatte – bin ich bereits auf Platz 12 eingestiegen, der (erwartbar) an den früheren Bundesvorsitzenden der Grünen Jugend, Karl Bär aus dem grünen Landkreis Miesbach, ging, der auf Platz 10 nur im erwähnten Losentscheid das Nachsehen hatte. Mein eigentliches Ziel war ohnehin Platz 14, am Ende wurde es dann Platz 16. Auf Platz 14 hatte ich bei insgesamt zehn Kandidierenden den ehemaligen Sprecher der Grünen Jugend Bayern Korbinian Gall als Mitbewerber in der Stichwahl, der am Ende 31 Stimmen mehr hatte. Irgendwie hatten wir das schon im Vorfeld leicht geahnt und uns auch noch während der Versammlung unserer gegenseitigen Wertschätzung versichert. Herzlichen Glückwunsch an Korbi und auch an die Grüne Jugend, die einen tollen parteiinternen Vorwahlkampf hingelegt hatte und ihr Ziel, ihre beiden Spitzenkandidat/innen auf den ersten 15 Plätzen unterzubringen, dann auch durch Platz 15 für Anna Schmidhuber tatsächlich erreicht hat. Anna war bereits auf Platz 13 in der Stichwahl – zusammen mit Doris Wagner, der Sprecherin für Demografiepolitik der grünen Fraktion.

Mir war bewusst, dass ich meine Bewerbungsrede am frühen Nachmittag halten würde. Zu einem Zeitpunkt also, wo normalerweise die Aufmerksamkeit im Plenum langsam nachlässt. Also habe ich bewusst eine kämpferische Rede gehalten und dennoch versucht, mehrere inhaltliche Schwerpunkte unterzubringen. Was mir gemessen am Feedback von vielen Delegierten auch ganz gut gelungen zu sein scheint. Dass ich in der Fragerunde damit konfrontiert wurde, was denn mit meinem Schatzmeisteramt passieren würde, wenn ich tatsächlich in den Bundestag käme, traf mich natürlich nicht völlig unvorbereitet. Ich habe versucht, versehen mit einem kleinen Augenzwinkern, so gut wie möglich darauf zu antworten. Dennoch wollten mich offenbar viele gerne weiter da in der Partei sehen, wo ich bin, was – so manches Feedback – auch ein Kriterium bei der Abstimmung war und was ich gerne als Kompliment für meine Arbeit sehe.

Insgesamt gehen wir bayerische Grüne mit einer guten Mischung aus erfahrenen und frischen neuen Kräften aus allen Regionen Bayerns in den Wahlkampf. Jetzt gilt es, möglichst viele davon tatsächlich nach Berlin zu schicken. Für ausreichend Motivation ist jedenfalls überall gesorgt, was ein guter Grundstein für ein gutes Ergebnis ist.

Denn klar ist: Wir werden gebraucht. Mehr denn je.

Die komplette Landesliste der bayerischen Grünen zur Bundestagswahl 2017

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